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Sehenswürdigkeiten Tiefenorts

Die Krayenburg

Die Krayenburg ist eine der ältesten Steinburg-Anlagen im Werratal, sie entstand vermutlich am Platz eines heidnischen Bergheiligtumes.
Im 8. Jahrhundert schenkte Karl der Große Besitzungen in Dorndorf und Umgebung an das Kloster Hersfeld, diese mussten durch Befestigungen geschützt werden. Es existieren auf dem Bergrücken, etwa 200 m östlich der Burg noch deutlich erkennbare Reste einer älteren Wallburg, welche eventuell noch aus vorgeschichtlicher Zeit stammen.
In Sichtweite der Burg entstand das Kloster Frauensee in einem ausgedehnten, nur dünn besiedelten Waldbezirk nördlich der Burg. Der Schutz dieser bedeutenden Klosteranlage (Zisterzienser-Nonnenkloster) wurde auch die Krayenburg bestimmt. Nach einer Auseinandersetzungen mit dem Kloster Fulda verloren die Frankensteiner die Lehensrechte an der Burganlage, welche nun ständig den Besitzer wechselte. Das Kloster Hersfeld verpfändeten 1407 die Krayenburg und umliegende Besitzungen an die Thüringer Landgrafen, sie gelangte so 1567 an das Herzogtum Sachsen-Weimar.
Die Grafen von Beichlingen, die die Burg 1567 als Lehnsinhaber übernahmen hatten zuvor eine autonome Kleinherrschaft in Innerthüringen innegehabt, die Krayenburg war ihr letzter Wohnsitz. Von 1567-1879 war die Burg auch Sitz des "Amtes Kraynburg". Die Krayenburg selbst wurde im Dreißigjährigen Krieg zur Ruine.
1640 waren Kroaten in die Burg eingedrungen und hatten sie ausgeplündert. Danach verfiel sie und wurde als Steinbruch für den Bedarf der Bevölkerung genutzt. 1703 wurde der Amtssitz nach Tiefenort verlegt, nur ein Förster blieb in dem Gemäuer zurück. Goethe besuchte 1782 die Krayenburg und zeichnete sie. Zu dieser Zeit waren von der mächtigen romanischen Anlage nur noch Ruinen übrig. 1850 wurden die romanischen Säulen aus den Fenstern des Palas entfernt und im Kommandantengarten der Wartburg aufgestellt. Heute sind vom ursprünglichen Baubestand nur noch Reste erhalten. Teile des Palas, der inneren und äußeren Ringmauer, des Kellers sowie einer Cisterne haben die Jahrhunderte überlebt.

Der Verein Krayenburggemeinde errichtete in den 1920er Jahren auf dem Gelände eine Klause, ein Sandsteingebäude mit Saal und Unterkunftsmöglichkeiten sowie einen runden Aussichtsturm, der mehrmals aufgestockt wurde. Nachdem die Burg nach dem 2. Weltkrieg zu „Volkseigentum“ geworden war und die Krayenburggemeinde unter staatlichem Druck aufgelöst wurde, diente sie zu DDR-Zeiten als Parteischule und Jugendunterkunft. Auf dem Berg entstand eine markante Sendeanlage der Post. Nach der Wiedervereinigung gründete sich der Verein neu und trug entscheidend zu Renovierung und Ausbau der Burg als Gaststätte und Hotel bei.
Die Ruine des Palas wurde in Folge der jahrhundertelangen baulichen Vernachlässigung statisch labil und musste in den 1990er Jahren stabilisiert werden, hierbei wurden auch erste Grabungen und Untersuchungen durchgeführt. Im nördlichen Teil der Burganlage wurden weitere Sendeanlagen erbaut.
Von der Burganlage blieben mehrere Kellergewölbe und der noch mit der Nordwand präsente Palas erhalten. Weiterhin sind im Gelände Reste einer gestaffelten Abschnittsbefestigung an der Zufahrtsstraße, Wall und Graben der Kernburg zu finden.

Museum im alten Amtshaus

Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Fröbelhofes und zeigt Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände der dörflichen Bevölkerung bis ins 20. Jahrhundert aus Keller, Küche und Wohnstube. Mobiliar, Textilien, bäuerliches Gerät, typische Tiefenorter Trachten u.v.m.

Daneben hat die Tiefenorter Heimatstube besondere „Extras“ aufzuweisen:

Ein Höhepunkt in der neueren Ortsgeschichte war zweifellos 1917 die Notlandung eines Zeppelins auf der Wacht. Diesem Ereignis ist eine Abteilung gewidmet.

Berührt wird das Schaffen des 1696 in Tiefenort geborenen Komponisten und Hofkapellmeisters Melchior Molter.

Äußerst interessant ist die internationale Schuhsammlung nebst Schuhmacherwerkstatt.

Im Ausstellungsteil mit Exponaten aus der Kaliindustrie wird an die Zeit erinnert, als unsere Region wesentlich von der Förderung des „weißen Goldes“ bestimmt wurde und tausende Menschen im Bergbau ihr Auskommen fanden.

 

Ansprechpartner: Werner Krah, Tel.: 03695/824907; Fam. Drescher, Tel.: 03695/825637

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Peterskirche zu Tiefenort

687 kommt das Christentum durch iroschottische Mönche nach Thüringen (Bonifatius).
Unsere Gegend wird 786 erstmalig in einer Urkunde erwähnt.


1137 (13. 9.) wird Tiefenort zum ersten Mal urkundlich bezeugt. In dieser Urkunde wird ein Pfarrer „Wideratus von Tiefenort" genannt. Damit steht fest, dass es damals schon Kirche in Tiefenort gab.
Im 12./13. Jhdt. wird als Kirchgebäude von den Tiefenortern zunächst die Kapelle auf der Krayenburg benutzt.
Am 23.02.1340 wurde die St. Peterskirche zu Tiefenort (,ecclesia sancti Petri in Tiffeshart') erstmals urkundlich ernannt.


1521 wird als Jahr der Erbauung der jetzigen Kirche angegeben.
Der erste evangelische Pfarrer, Georg Karl, nimmt seinen Dienst 1548 in Tiefenort auf.
Im Jahre 1550 erfolgt der Einbau der Kanzel. Größere Umbauarbeiten an der Kirche (Erhöhung der Mauern des Kirchenschiffes, Einbau der Emporen u. a.) wurden im Jahre 1630 vorgenommen (Erhöhung der Mauern des Kirchenschiffes, Einbau der Emporen u.a.).
Da der Friedhof um die Kirche nicht mehr ausreicht (Krieg und Pest) muss 1635 ein neuer Friedhof angelegt werden.
1711 wird die Sakristei angebaut.


Der Kirchturm bekommt 1777 seine heutige Gestalt und die erste Turmuhr wird installiert.
Die Orgel (Firma Knauff, Tabarz) wir 1843 eingebaut.
1925 werden 2 Eisenhartgussglocken als Ersatz für die im I. Weltkrieg abgelieferten Bronzeglocken eingebaut.
Am 08.03.1950 werden die 2 Glocken, die im II. Weltkrieg abgeliefert werden mussten, auf einem Glockensammelplatz aufgefunden und wieder auf dem Kirchturm aufgehängt.
1952 erfolgt die Erneuerung des Altarraumes, 1968 die Innenrenovierung der Kirche.
1985 erhält die Kirche eine elektrische Glockenläuteanlage als Geschenk der Partnergemeinden.
In den Jahren 2004-2005 wir die Sakristei erneuert und 2006-2007 der Kirchplatz neu gestaltet.

Zeppelinstein

Am 20. Oktober 1917 geriet das Marine-Luftschiff L 55 unter Führung des Kommandanten Flemming in technisch bedingte Schwierigkeiten, unter anderem fiel das Funkgerät aus. Das Luftschiff stieg bis auf 7500 Meter (bis heute der bestehende Weltrekord). Die Notlandung gelang schließlich in Tiefenort auf der Wacht, wonach das stark beschädigte Luftschiff allerdings abgewrackt werden musste. Teile der Stoffhülle wurden vor Ort als Nähmaterial (zum Beispiel für Schürzen und Säcke) verwendet.
1937 wurde im Beisein von Kommandant Flemming und seiner Mannschaft das Denkmal auf der Wacht eingeweiht.

Naturlehrpfad

Der Naturlehrpfad ist ein Rundwanderweg von etwa 4 km Länge, der einlädt, viel Wissenswertes über die Region zwischen Tiefenort und Weißendiez zu erfahren. Auf dem Wald-, Erlebnis- und Naturlehrpfad können sich Interessierte über das Forstrevier, die Aufgaben der Jagd, die Lebensräume, Tiere und Pflanzen informieren.
Es gibt entlang des Weges einige Informationstafeln sowie die Sehenswürdigkeiten Zeppelinstein, Dicke Eiche und Tröpfelsbörnchen.